20.11.17

Wechsel im Vorstand - ZUM im Wandel

Karl Kirst scheidet aus dem Vorstand der ZUM aus, Ralf Klötzke steigt ein.
Wenn man das Wichtigste dazu wissen will, liest man Karl Kirsts Blogbeitrag über das, was er in der ZUM geleistet hat, und sieht sich das DSD-Wiki an, das Ralf ganz allein aufgebaut hat, außerdem seinen Blog Landeskunde und im DAF-Wiki die Seiten Fortbildung sowie seine Benutzerseite R.Kloetzke. Unvollständig wäre das Bild freilich ohne einen Blick in das ZUM-Willkommen.de Wiki, das seine Entstehung der Zusammenarbeit von Ralf Klötzke und Karl Kirst verdankt.

Für mein Gefühl ist aber selbst das viel zu wenig. Daher möchte ich dem kurz meine persönliche Sicht der Entwicklung der ZUM hinzufügen. Wenn ich dabei allzu sehr in Hochglanzbroschürensprache verfallen sollte, bitte ich um Verständnis. Meine persönlichen Gefühle gehören meiner Meinung nach nicht in diesen Blog, und ohne die droht jedes Lob klischeehaft zu werden.

Wer die ZUM* kennt, weiß, dass sie zum einen auf der mehr oder minder stark koordinierten Arbeit von sehr vielen überaus engagierten Lehrern beruht, aber auch, dass sie nicht das hätte werden können, was sie in 20 Jahren geworden ist, wenn es nicht zwei Personen gegeben hätte: Margit Fischbach und Karl Kirst.

Als Margit Fischbach 2012 für ein Youtube Video erzählt hat, wie die ZUM zustande kam, hat es mir schon sehr imponiert. Doch erst jetzt nach weiteren fünf Jahren bin ich mir so recht bewusst geworden, was für eine unwahrscheinliche Erfolgsgeschichte die ZUM dank ihrer Gründerin Margit Fischbach erlebt hat.
Wie kommt es zu einer erfolgreichen Internetinstitution? Die Gründer sind jung, männlich und Informatiker. Margit Fischbach war eine gereifte Lehrperson, weiblich und hatte die Fächer Geschichte und Latein.
Und welche Schwierigkeiten waren damals alle zu bewältigen. Damals schien es unmöglich, dass sie es schaffen konnte, und von heute ist es immer noch kaum nachzuvollziehen. Freilich die Personen, die nach zwei Jahren einer Zentrale für Austausch von Unterrichtsmaterialien zu ihr gestoßen waren, waren auch nicht ohne.

Und als im Zeichen von Wikipedia die Zeiten stärker in Richtung Kooperation standen, fand sich Karl Kirst, der im ZUM-Wiki das geleistet hat, was in der deutschen Wikipedia von 200 Administratoren nur unvollständig bewältigt wird, nämlich zum einen Ordnung gewahrt und Vandalismus verhindert, vor allem aber einen kooperativen Umgangsstil entwickelt, der es zu einer Freude macht, dort zu arbeiten. (In der Wikipedia muss man deutlich abgehärteter sein oder in Cliquen zusammenarbeiten, um sich gegen mancherlei nervraubende Attacken zu sichern.)

Was ein Glück für das ZUM-Wiki und dann für die ZUM insgesamt war, war die Sorge der Mitarbeiter in der ZUM-Wiki-Family.  Kann Karl die unglaubliche Leistung, die stark wachsende Familie der Wikis auf ZUM.de zusammenzuhalten, neben seinem Beruf unbeschadet überstehen?
Und können die Wikis überstehen, wenn er nicht mehr überall seine ordnende Hand hat.
Und dann ist es gelungen. Karl, ein Netzwerker par excellence, hat so viele ausgezeichnete Leute für die Mitarbeit im Vorstand gewinnen können, dass auch die, die es sich vorher nicht vorstellen konnten, hoffnungsvoll in die Zukunft der ZUM schauen können.
Karl hätte man gewünscht, dass er sich früher aus er Arbeit der ZUM hätte zurückziehen können, der ZUM muss man wünschen, dass er es nicht vollständig tut. Aber auch das könnte die ZUM verkraften. Das zeigt sich daran, dass mit Ralf Klötzke eine weitere hoch erfahrene Spitzenkraft hinzugewonnen werden konnte.

* Video über die ZUM auf Youtube

Eindrücke vom ZUM-Treffen 2017

"Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser."

Es ist schwer, kein Vertrauen zu haben, wenn ein Vorstand, der so unterschiedlich zusammengesetzt ist nach Temperamenten, Fachrichtungen, Schulformen und inhaltlichen Schwerpunkten so gut zusammenarbeitet, aufgeschlossen ist für Kritik und immer mehr Mitglieder außerhalb des schulischen Umfeldes für die ZUM hinzu gewinnt.
Hier der Rechenschaftsbericht des ZUM-Vorstandes

Neidisch wurde ich freilich auf die überaus konstruktive Kritik, die formuliert wurde (Matthias!), nicht so sehr aus Sicht des Vorstandes, sondern aus Sicht eines Mitglieds. Denn wenn ich so leidenschaftlich ein Ziel vertrete, fällt es mir schwer, mich in den Formulierungen so zurückzunehmen, wie es Matthias fertiggebracht hat.
Schwer vorstellbar, dass dieser Vorstand den Hinweis nicht sehr ernst nimmt und genau überdenkt.

Schwer fällt es mir auch, den Eindruck zu unterdrücken, dass ich in eine Elite hineingeraten bin, in die ich nicht recht passe. Nur dass diese Elite sich so wenig elitär gibt, dass ich mich dennoch wohl fühle, weil ich ja durch meine Teilnahme zu der Buntscheckigkeit und damit zum "schönen, wichtigen, bunten Fleck" der ZUM (David Klett) beitrage.

Weil aber die Erwartungen an die ZUM so hoch - "die kommenden Jahre entscheiden" (ciffi) und vielseitig sind, bin ich sicher, dass auch der neue Vorstand nicht alle Erwartungen erfüllen kann und dass er zumindest - wie auch dieses Jahr - so manchen Zeitplan nicht einhalten kann.

Das braucht aber nicht problematisch zu sein, wenn es gelingt, dass an den Schulen der Geist der Zusammenarbeit noch mehr wächst und von den Anregungen mehr aufgegriffen wird als nur das ZUMpad. Dass da ein Bedarf getroffen worden ist, ist eindeutig.

Ganz besonders wichtig erscheint mir, dass der folgende Schülerwettbewerb aufgegriffen wird:

Schülerwettbewerb Erinnerung sichtbar machen 
(https://www.zum.de/portal/Erinnerung-sichtbar-machen-80-Jahre-Reichspogromnacht-2018)

Denn idealerweise wäre sein Ziel ja, dass jede Erinnerungsstätte an Reichspogromnacht und Judenverfolgung erfasst würde. Und wenn das auch nicht schon am Ende des Wettbewerbs im November 2018 erreicht werden kann, wäre es doch wichtig, dass bis dahin dieses Ziel wenigstens allgemein bekannt wird.
In diesem Sinne bitte ich um Weitersagen.


19.11.17

Was mich hoffnungsfroh stimmt

Stimmen zu 20 Jahren ZUM

20 Jahre ZUM     1997-2017      ZUM.de

Rechenschaftsbericht des ZUM-Vorstandes zu 2016/17

Bericht des ZUM-Teams über das Treffen


Die Tweets zeigen Höhepunkte der Tagung auf. Sie war - wie üblich bei ZUM-Treffen - inspirierend.

Hier setzt ich nur noch die wichtigsten Links hin, auf die ich während der Tagung hingewiesen wurde, sowie wenige Fotos.

Schülerwettbewerb Erinnerung sichtbar machen 
(https://www.zum.de/portal/Erinnerung-sichtbar-machen-80-Jahre-Reichspogromnacht-2018)

DaFWEBKON
Webkonferenz für Deutschlehrende
www.dafwebkon.com

Open-Data Schulprojekt

Teachsam
teachsam.de

OER: edu-sharing.net
edu-sharing.net

OER Song

Youtubevideo zur Geschichte der ZUM

20 Jahre ZUM und OER

Martin Lindner: "Die Bildung und das Netz" wurde von der ZUM gefördert.

Interview mit Martin Lindner

Schmerlenbach


Bericht über die Anfänge von 1997
Ehrung der anwesenden Gründungsmitglieder




Bild im Kreuzgang: Sola...la...?!
Foto von @Bingenberger 

12.11.17

"Lasst alle Hoffnung fahren!"

Gerhart Hauptmann hat eine sorglose Kindheit verbracht, wo ihm die Eltern alle Freiheit ließen und er als Bürgersohn von der Dorfjugend anerkannt sich als Bandenführer stark fühlen konnte und andererseits das Kunststück fertig brachte, die geistigen Anregungen der bürgerlichen Welt zu erhalten und sich gleichzeitig als Angehöriger zu Unterschicht zu fühlen und in ihren Kreisen zu leben. 
Als er - von der Dorfschule kommend, wo er nichts gelernt hatte, aber auch nichts zu lernen brauchte - nach Breslau an die Realschule kommt, wird er zum Schulversager. Er erlebt dann eine Zeit in der Landwirtschaft, die er erst als Befreiung und bald als wiederholtes Scheitern erlebt.
Er erlebt immer wieder Aufschwünge, auf die Abstürze folgen. Seine Hoffnung, er könne ein großer Bildhauer werden, führt ihn an die neue Breslauer Kunsthochschule, wo er, ohne irgendwelche Fortschritte zu machen, ins Bummelantentum verfällt und Schulden macht und sich durchhungert, um abends bei Bier und Tabak mit seinen Genossen zusammensitzen und über Kunstideale reden zu können. Nachdem er an einem Zwischenfall aufgezeigt hat, wie auch moralisch heruntergekommen die Kreise waren, in denen er verkehrte, schreibt er dann:

"Ein häßlicher Gemeingeist des rettungslos Mittelmäßigen in der Schule wirkte sich in dem Bestreben aus, nach Möglichkeit alles zu entmutigen, herabzustimmen, zu hindern, zu lähmen, was einen höherstrebenden Zug mit Hoffnung zu verbinden schien. Man konnte sich seiner nur schwer erwehren. Da hieß es: »Sie wollen ein Rauch, Sie wollen ein Hähnel werden! Bilden Sie sich nur das nicht ein! Sagen Sie nur gleich Michelangelo!« Immer wieder vernahm man die Worte: »Sie werden sich schön in die Nesseln setzen!« oder: »Bilden Sie sich nur das nicht ein! Machen Sie sich nur keine Hoffnungen!« – Die Nesseln aber, sie waren das Eingeständnis der eigenen Unfähigkeit. Das, was man sich nicht einbilden sollte, war: ein großer Künstler zu werden, will heißen, überhaupt ein Künstler zu werden, da doch, genaugenommen, man entweder ein großer Künstler oder gar keiner ist. »Sagen Sie nur gleich Michelangelo!« sollte eine allgemeine Höhe bezeichnen, in die hinaufzustreben erwiesener- und anerkanntermaßen für einen Menschen unserer Tage Irrsinn sei. »Machen Sie sich nur keine Hoffnungen«: »Lasciate ogni speranza!« Dante hat diese Worte über dem Eingang zur Hölle gefunden."

(Gerhart Hauptmann: Das Abenteuer meiner Jugend, 1937)

Die Hoffnung - bei ihm belebt durch die immer wieder erneuten Aufschwünge durch geistige Anregungen und Anerkennung - hält ihn in aller Not und aller Verwahrlosung aufrecht. Und die Hoffnung brauchen wir für uns und für die, für die wir verantwortlich sind.
Wenn wir diese Hoffnung aufgeben, verstoßen wir uns und die, denen wir weiterhelfen wollen, in die Hölle. 

mehr dazu:
Auszüge aus "Das Abenteuer meiner Jugend"
Volltext: Das Abenteuer meiner Jugend

Hauptmann hat diesen autobiographischen Text im Alter von 66 bis 73 Jahren verfasst. Begonnen in der Weimarer Republik zur Zeit der Weltwirtschaftskrise wurde er in der NS-Zeit nach der Berliner Olympiade und dem Einmarsch ins Rheinland herausgegeben. 



16.10.17

In einer Bildungseinrichtung kann man nicht nicht didaktisch handeln

" Das berühmte Axiom von Paul Watzlawick lautet: „Man kann nicht nicht kommunizieren“. Die Begründung ist: Jede Kommunikation (nicht nur mit Worten) sei Verhalten und genauso wie man sich nicht nicht verhalten könne, könne man nicht nicht kommunizieren.

Entsprechendes gilt nach  auch für Lehren. Wie auch immer man lehrt. Man handelt didaktisch. 
sieh:  Gabi Reinmann, "Das Didaktik-Axiom"

15.10.17

11.10.17

Kinder für Klimaschutz

Angefangen hat alles mit einem Schulreferat – heute ist Plant-for-the-Planet eine globale Bewegung mit einem großen Ziel: auf der ganzen Welt Bäume pflanzen, um die Klimakrise zu bekämpfen.


Die Schülerinitiative Plant-for-the-Planet 
wurde 2007 vom
9-jährigen Felix Finkbeiner gegründet.

Inspiriert von Wangari Maathai
die in Afrika in 30 Jahren 30 Millionen 
Bäume gepflanzt hat, formuliert 
Felix seine Vision, Kinder könnten 
in jedem Land der Erde eine Million 
Bäume pflanzen. Und so auf eigene Faust 
einen CO2-Ausgleich schaffen, während 
die Erwachsenen nur darüber reden. 
Denn jeder gepflanzte Baum entzieht 
der Atmosphäre pro Jahr ca. 10 kg CO2.
2.859.664.398 Bäume sind gepflanzt, es sollen 1 Trillion Bäume werden.
2017:

Heute sind über 100.000 
Kinder weltweit für
Plant-for-the-Planet 
aktiv.

63.000 von ihnen sind Botschafter 
für Klimagerechtigkeit. 
Das sind Kinder 
von 9-12 Jahren, die ihr 
Wissen auf den Akademien 
an andere weitergeben 
und sie ebenfalls zu 
Botschaftern ausbilden.
So erreicht Plant-for-the-Planet 
möglichst viele Kinder und 
motiviert sie, für ihre Zukunft 
aktiv zu werden.

Sieh auch:
 Drei Billionen Bäume vernichtet

Der Mann, der die Wüste aufhielt (2012)